„Wer nichts regelt, wird geregelt!“ – 3. Zukunftswerkstatt übertrifft alle Erwartungen

Vor vielen Jahren starb in einem arabischen Land ein Mann und hinterließ seinen drei Söhnen 17 Kamele. In seinem Testament bestimmte er, dass sein ältester Sohn, der ihm am liebsten war, die Hälfte der Kamele erben sollte. Ein anderer Sohn sollte ein Drittel der Kamele Erben und der letzte nur ein Neuntel. Ratlos, wie sie die umsetzten sollten baten sie einen Weisen um Hilfe. Dieser stellte sein eigenes Kamel dazu. Nun konnten die Kamele gerecht aufgeteilt werden. Der Älteste bekam neun Tiere, der Zweitälteste sechs und der Jüngste zwei. Der weise Mann stieg auf sein Kamel und ritt davon.

Mit dieser kleinen Geschichte brachte Rechtsanwalt und Notar Friedrich Cochanski die Teilnehmer der dritten Zukunftswerkstatt zum Lachen und Nachdenken.

Diese beliebte Veranstaltung fand, organisiert von Wir für Segeberg (WfS) und der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg (WKS), am 29. November 2017 im Restaurant am Ihlsee in Bad Segeberg statt.

Marlis Stagat (1. Vorsitzende von WfS) begrüßte die Gäste und stimmte auf die Zukunftswerkstatt unter dem Motto „Wer nichts regelt, wird geregelt!“ – Generationenberatung für Unternehmer ein. Zunächst bedankte sie sich allerdings bei Lutz Frank, der es möglich machte die Veranstaltung kurzfristig in das Ihlsee Restaurant zu verlegen. Ursprünglich sollte die Zukunftswerkstatt im Mediastore stattfinden, doch da die große Zahl der Interessierten alle Erwartungen und Kapazitäten am geplanten Ort übertrafen, musste für die fast 100 Teilnehmer ein neuer Ort gefunden werden.

Nach einem kurzen Grußwort von Maike Moser (Geschäftsführerin der WKS) informierten die Rechtsanwälte und Notare Jörn Wohlgehagen, Dr. Klaus Kossen und Friedrich Cochanski ausführlich über das interessante Themengebiet dieser Zukunftswerkstatt.

Die gespannten Teilnehmer erfuhren von Jörn Wohlgehagen, wie wichtig eine notarielle Verfügung ist, um die Handlungsfähigkeit eines Unternehmens zu garantieren.

Dr. Kossen berichtete über Patientenverfügungen und medizinische Vorsorgevollmacht. Er informierte nicht nur darüber, was allgemein bei diesem Thema beachtet werden muss, sondern ging auch im Detail auf einige inhaltliche Besonderheiten ein.

Die verschiedenen Arten von Testamenten, vom handgeschriebenen Testament in der Schublade zu Hause bis zum notariell beglaubigten Berliner Testament, und welches wann sinnvoll und wichtig ist, erklärte Friedrich Cochanski.

Abschließend gab Jörn Wohlgehagen einen Überblick über weitere wichtige Themen für Unternehmer. Schwierigkeiten mit Erbengemeinschaften, Erbrecht für Unternehmen, die Wichtigkeit Gesellschaftsvertrag und Testament aufeinander abzustimmen, die Warnung an Pflichtteilsberechtigte bei der Unternehmensvererbung zu denken, die Bindungswirken von gemeinsamen Testamenten und die Empfehlung den Steuerberater bei der Nachlassplanung miteinzubeziehen kamen hier zur Sprache.

Die drei Rechtsanwälte und Notare hielten trotz der zum Teil komplexen Themen durchweg die Aufmerksamkeit der Gäste und der ein oder andere fühlte sich am Ende dazu angehalten selbst tätig zu werden.

„Macht was draus!“, forderte Marlis Stagat zum Schluss die Teilnehmer auf und wies noch einmal darauf hin, wie wichtig es ist sich mit der Nachfolge und dem eigenen Testament auseinanderzusetzen:

„Wer nichts regelt, wird geregelt!“

05.12.2017